University of Minnesota
Center for Holocaust & Genocide Studies
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CHGS

Searching for the Lost Art of David Friedmann

Gesucht! Bilder von

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David Friedmann 1936 in seiner Wohnung in Berlin-Wilmersdorf, Paderborner Straße 9.

Man erkennt dort sein Gemälde Berliner Dom, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg in der Wohnung von David Friedmanns 1978 verstorbener Schwägerin Käthe Friedmann befand, sowie Schlossbrücke und Zeughaus.

Behind him is his painting of the „Schlossbrücke" and the „Zeughaus", today the „Deutsches Historisches Museum". One recognizes his painting of the Berliner Dom that I found in the apartment of Käthe Friedmann. She died in 1978.

Mein Vater, der Maler und Graphiker David Friedmann (1893-1980) Schüler von Hermann Struck und Lovis Corinth, war mehr als 20 Jahre ein erfolgreicher Künstler in Berlin. Seine Karriere wurde von dem Nazi Regime unterbrochen. Weil er Jude war, wurde fast sein gesamtes Werk von der Gestapo beschlagnahmt und ging verloren. Ich appelliere an alle, mir bei der Suche nach erhaltenen Werken aus der Vorkriegszeit helfen zu können, um so das Gedenken an den Künstler zu erhalten. Auf den hier gezeigten Photos sind einige seiner Bilder zu sehen; auch zeige ich einige wieder entdeckte publizierte Zeichnungen.

My father the painter and graphic artist David Friedmann (1893-1980) was a student of Hermann Struck and Lovis Corinth. His successful career of more than 20 years in Berlin was shattered by the Holocaust. Because he was a Jew, almost his complete works were looted by the Gestapo and lost during the Nazi Regime. I am appealing to the public to join my search for his prewar art and preserve the legacy of this remarkable artist. The photos show some of his paintings; also displayed are examples of newly discovered published drawings.

Schüler Atelier von Corinth, Öl, 1915


"Gemalt im Jahre 1915 im Studienatelier von Prof. Lovis Corinth, Berlin. Das Einzige, was sich aus meiner Studienzeit erhalten hat. Das Original sah ich wieder bei der Familie Theo Wolff in Tel Aviv, 1953."

—David Friedmann

 

Painted in the year 1915 in the student atelier of Prof. Lovis Corinth, Berlin. The only one preserved from my student days. I saw originals again in 1953 at the family Theo Wolff in Tel Aviv.

 

This painting was recently located in Israel.

 

 

Schuler Atelier von Corinth

„Schlemiel" Jüdische Blätter für Humor und Kunst", Berlin, 1919-1920

Edited by Max Jungmann and Menachem Birnbaum. Collections of the Leo Baeck Institute, NY.

Künstlerische Arbeit während des Ersten Weltkriegs, 1917-1918

Artistic Work during World War I, 1917-1918
Skizzen von Kampfszenen und Porträts von hohen Offizieren und Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee
Sketches of combat scenes and portraits of high-ranking officers and soldiers in the Austro-Hungarian Army

Während des Ersten Weltkrieges war ich beauftragter Kriegsmaler beim K.u.K. Infanterie-Regiment Nr. 100. Als solcher durfte ich auch für mich malen und zeichnen und so entstand diese Lithographie, die etwa 1920 in der jüdischen Zeitschrift „Schlemiel" enschien. Diese Blätter [einschließlich des unten gezeigten] konnten sich nur dadurch erhalten, dass mein Kollege Ludwig Wronkow sie rettete. Wronkow war gleichfalls Mitarbeiter des „Schlemiel".

 

Er konnte rechtzeitig nach New York fliehen bevor die Naziverbrecher kamen. Wir kannten uns noch von unserer Studienzeit in Berlin. In New York, Dezember 1954, wo wir uns wieder begegneten nach fünfzehn Jahren überreichte er mir diese beiden Blätter. Das sind die letzten und einzigen Zeugen meines etwa 2000 Bilder umfassenden Lebenswerkes. Ich war erschüttert!!

—David Friedmann

 

During the First World War, I was a commissioned military artist by the K.u.K. Infantry-Regiment No. 100. I was permitted to draw and paint for myself and thus this lithograph and etching were created. They were both published circa 1920 in the Jewish newspaper „Schlemiel".

 

I only have these prints because my colleague Ludwig Wronkow was able to save them. He was also a contributor to „Schlemiel" and could flee the Nazi criminals to New York. We knew each other from our student days in Berlin. In New York, in December 1954, we met again after 15 years and he presented me with these two prints. They are the last and only evidence of my approximately 2000 pictures that comprised my life’s works. I was overwhelmed and shaken!

Aus einer Folge „Pogrom" 1919

An Etching from the Series „Pogrom"

Ich habe zwölf Radierungen unter dem Titel „Pogrom" herausgebracht die auf Ausstellungen und bei der Presse Anklang gefunden hatten. Auf diese Idee kam ich als ich 1919 in der Zeitungen las, dass in Weißrussland die russischen Horden unter General Koltschak Jagd auf Juden machten und sie niedermetzelten wo sie sie fanden.

—David Friedmann

 

I produced twelve etchings under the title of „Pogrom" that received great acclaim on exhibitions and from the press. I thought of this idea in 1919, when I read in the newspapers that in White Russia, the Russian hordes under General Koltschak made chase of the Jews and slaughtered them wherever they found them.

Weitere Beispiele für Vorkriegsgemälde

Further Examples of Prewar Paintings


David Friedmanns Bruder Adolf mit dem Bildnis ihrer Mutter in David Friedmanns Berliner Wohnung, 1936

Friedmanns Schwägerin Käthe und Alfred Eichenfeldt, Berlin 1970, mit dem Gemälde Berglandschaft mit See

Berliner Dom, circa 1928

Berglandschaft mit See, circa 1928

Vase mit Anemonen, 1923

Zwei Modelle im Atelier, 1920er Jahre In Frankreich aufgefundenes Gemälde

Zwei Beispiele aus der Graphikmappe
„Köpfe berühmter Schachmeister" 1923

Two examples from the "Portfolio of Portraits of Famous Chess Masters"


Savielly Tartakower

Richard Teichmann

Beispiele von Porträtzeichnungen
aus Zeitungen und Zeitschriften der 1920er Jahre

Examples of Portrait Drawings from Newspapers and Magazines of the 1920s

Curt Bois
Curt Bois
Gregor Piatigorsky
Gregor Piatigorsky
Ernst Toller
Ernst Toller
Arnold Schónberg
Arnold Schönberg

Fast immer ließ David Friedmann sich seine Porträtzeichnungen von den Dargestellten durch deren Unterschrift autorisieren. Er selbst benutzte verschiedene Signaturen: D. Friedmann, Dav. Friedmann, DaFrie, Fried, DF oder einfach nur Friedmann.

Weitere Beispiele verlorener Kunst von Dav. Friedmann

In einer jüdischen Kinderschule, Lithographie (Lithograph) 1918
Hüttenwerk Ostrau, Lithographie (Lithograph) 1918
Pogrom, 12 Radierungen (Etchings) 1919
In der Hütte, Lithographie (Lithograph) 1919
Familie am Flussufer, Radierung (Etching)
Schlesisches Landschaftsmotiv, Radierung (Etching)
Alter Jude, Radierung (Etching) 1924
Unterhaltung, Federzeichnung (Pen-and-ink drawing)
Bildnis Adolf Friedmann, Öl (Oil)
Parkszene mit Personen in einer groβen Stadt, Öl/Platte (Oil/panel)
In der Bar, Öl (Oil)
Morgenstimmung, Aquarelle (Watercolor)
Motiv bei Mährisch Ostrau, Aquarelle (Watercolor)
Landschaft, Aquarelle (Watercolor)
Die Schachspieler, Aquarelle (Watercolor)
Restaurant an der Havel, Aquarelle (Watercolor)
Auf einem Maskenball, Aquarelle (Watercolor)

Porträts unter vielen anderen von:
Mattia Battistini - Max Brod - Martin Buber - Albert Einstein - Edwin Fischer - Carl Flesch - Raya Garbousova - Benjamino Gigli - Michael Grusemann - Edouard Herriot - Bronislaw Huberman - Jan Kubelik - Ramsey MacDonald - Thomas Mann - Eduard Rothauser - James Rothstein - Max Schmeling - Rachelle Shubow - Rabindranath Tagore - Ernst Udet

The Yehudi Menuhin portrait was found published in the Erfurt Tribune, April 15, 1929
Tribüne - Organ der Sozialdemokratie für Thüringen und den Regierungsbezirk Erfurt

Kontakt (deutsch oder englisch):
Email: MiriFM@aol.com

Mehr über David Friedmann
Timeline
Holocaust Era Assets Conference Paper - Artist David Friedmann: A Daughter's Search for Lost and Stolen Art (PDF)
und
Reference: Saur Allgemeines Künstlerlexikon. Band 45. München, Leipzig: Saur, 2005

David Friedmann (1893-1980)
Ein Berliner Pressezeichner der 1920er Jahre
David Friedmann, A Berlin Press Artist of the 1920's
von Detlef Lorenz. Verlag Hentrich & Hentrich, Berlin 2008
ISBN 978-3-938485-77-4

David Friedman Collection
Copyright © 1989-2010 Miriam Friedman Morris
All rights reserved

Note: No one other than Miriam Friedman Morris may represent, edit or publish the art or material.